Wir müssen die schönen Stunden im Herzen sammeln,

um sie hervorholen zu können, wenn es uns mal nicht so gut geht


FvB



Vergissmeinnicht




In meinem Garten, ganz versteckt,
dort hinter dem alten Kirschenbaum,
da habe ich heute mit Freuden entdeckt
den anmutigsten Frühlingstraum.

Hell leuchtend, begleitet von Tausendschön
und Krokussen, reich an Farbenlicht,
sah ich sie blau lächelnd die Gesichter dreh‘n
zarte Frühlingsboten, Vergissmeinnicht.

FvB 1967






Frühlingsgefühle




Vollkommen trunken
von des Weißdorns Düften,
von der Kirschblüten Weiß
das Auge fast blind.
Die Ohren betäubt
von Musik in den Lüften,
lässt mich verharren
wie ein staunendes Kind.

Die Sonne befingert
ganz warm mein Gesicht.
Mit Schmetterlingsküssen
umfängt mich ein Hauch.
Die Zeit steht ganz still
und ich atme nur Licht.
Ich fühle den Frühling,
das Kribbeln im Bauch.










Komm mit in meinen bunten Frühlingsgarten

Komm mit  in meinen bunten Frühlingsgarten,
zusammen können wir in Ruhe plauschen,
den Stimmen  der Natur, des Lebens  lauschen.
Die Arbeit kann getrost mal auf uns warten.

Trink Kraft aus diesen tausend Blütenarten.
Nimm auf das Summen und das sanfte Rauschen.
Lass uns den Alltag mit der Stille tauschen.
Mach auf dein Fühlen, worauf willst du warten?

Sind wir nicht eng verbunden wie zwei Schwestern?
Ich will dich trösten,  dir die Schönheit zeigen.
Wir sind mit so viel Seelentrost umgeben.

Das Leid, die Angst begraben wir im Gestern.
Ich lehr‘ dich tanzen in dem Blumenreigen.
Komm mit und fange wieder an zu leben.

Flora von Bistram

Trost





Schau ich durch diese Fensterscheibe,
dann grüßt von fern ein Himmelsstück,
es ruft mir zu, dass mir doch bleibe
das Fünkchen Hoffnung auf das Glück,

zeigt Wolken  mir in ihrem Tanz,
die sich vom Winde treiben lassen,
doch krönend in dem Strahlenkranz
muss alles vor dem Licht verblassen,

das leuchtend unsern Tag erhellt,
das Kraft und Leben schenkt auf Erden,
die Sonne ward für uns bestellt,
dass unsre Herzen heller werden.

Wenn dann der Schein am Abend bricht,
noch einmal blitzt am Horizont,
dann wechselt sich das Himmelslicht,
es leuchten Sterne und der Mond.

Und Frieden füllt das fragend‘ Herz,
die Freude kehrt ganz leise ein,
spielt plötzlich eine andre Terz
und Schlaf hüllt heilend mich dann ein


©FvB
 
 
 
 

Du fehlst mir so sehr

Wie oft streift das Erinnern meine Seele
und zeichnet mir dein Bild in Himmels Blau,
es flüstert: „Immer wenn ich dir so fehle,
dann höre in den Wind wie heut und schau-

ich will dir helle Wolkenbilder schenken,
wie einst, als wir noch inniglich vereint,
denn nur mit Freude sollst du an mich denken,
wenn deine Seele voller  Sehnen weint“.

Ich höre Dich in meinem tiefen Sinnen,
auch fühle ich dich fast noch körpernah
und weiß, ich muss alleine neu beginnen,
wie schwer nach all dem Glück, das uns geschah.

Wie sehr fehlt mir dein unbeschwertes Lachen,
versuch in Traumgebilden  dich zu finden,
weil doch  so oft in nächtebangem  Wachen
die Traurigkeit Vergangenes will binden.

Wenn Nebelschwaden aus den Wiesen steigen
und Sonne unser Wolkentor durchbricht,
dann wird sich mir das Weiterleben zeigen,
seh`  Zukunftsfreude  ich im Hoffnungs- Licht.


© FvBistram



Frühling - Erwachen der Natur



Garten der Schöpfung
Sinnbild für die Welt
und du Mensch
sollst als Gärtner
verantwortungsvoll
handeln



video

Sonnenaufgang





Orange, gelb und rosa, ein klein wenig blau,
mit Wolkenfetzen von weiß bis hellgrau,
leuchtet der Himmel am Frühlingsmorgen
und hält uns den Tag nicht länger verborgen.

Erwachende Sonne die Nacht verdrängt,
mild ist die Luft, die mich streichelnd umfängt.
Wenn ich im Feld den Tag still begrüße,
umschmeicheln mich Düfte voll zarter Süße.

Gelöst  breite ich weit meine Arme aus,
sing wie ein Kind meine Freude heraus,
umarme die Welt, empfange das Glück
und kehre beschwingt in den Alltag zurück.

FvB






Zauberbaum



Im dunklen Wald, sehr gut versteckt,
die Lichtung lag.  Im Mondenschein
hab ich sie neulich erst entdeckt,
sie lud mich zum Verweilen ein.

Der alte Baum, umhüllt von Moos,
bot seinen Stamm als Ruhebank,
ich ließ das Alltagsleben los
und schloss die Augen voller Dank

für all die Ruhe, die ich fand.
Doch plötzlich, nein ich irrt` mich nicht,
ich war  in einem andren Land,
es schimmerte ein Silberlicht,

die Elfen tanzten dort ganz zart
und Elben reichten mir die Hand,
die Trolle sangen in den Bart
ein frohes Lied, mir unbekannt.

Mit Geige und auf Klarinette
ließ Grillenchor  Musik erklingen
und in herrlichem Quartette
hörte ich die Nymphen singen.

Zwerge, Gnome und die Feen
nahmen mich in ihren Reigen
ließen mich verwundert sehen
Menschenwünsche  aufwärts steigen.

Dann ein Einhorn sich mir zeigte,
weiß, mit Zaumzeug leuchtend rot,
zu dem Heimritt leicht sich neigte,
seinen Rücken freundlich bot.

Und am Morgen, augenreibend
glaubte ich an einen Traum,
sitz jetzt lächelnd hier und schreibend
dies Gedicht vom Zauberbaum.




Unsere Welt





Wunderbare Welt.
Schauen ist manchmal wie ein Gebet.
Unermessliche Schönheit
um uns herum.
Schützen wir diese
unsere Welt.
 
 
 
 

Komm näher



Komm näher und lausche den Blättern im Wind,
sie wispern und kichern, sie raunen dir zu
„Komm spielen, so fröhlich wie früher als Kind,
dann findest ermattet du schneller zur Ruh.

Wir springen, wir tollen wie Lämmer im Grün
entschweben in  Lüften, auf Wolken im Sturm,
komm mit uns und lerne das Licht nur zu sehn,
vermauer dich nicht mehr im Einsamkeits -Turm.

Verweil nicht so traurig in dunkelster Nacht,
die dumpf alle Türen für dich einmal schloss;
hör nicht auf die Stimmen, die - einsam erdacht –
mit schwarzen Gedanken dich einhüllen bloß.

Lass  Hoffnung und Freude durch Finsternis ein,
vertreib alle Qualen, die schmerzbringend sind.
Komm mit uns und spring über lästig`s Gestein
komm näher und lausche den Blättern im Wind."
 
Flora von Bistram





Freude im Herzen


Frohsinn

Lass uns tanzen auf den Dächern
hüpfen über Mondgestein,
lass uns lachen, kosen, scherzen,
einfach wie die Kinder sein.

Auf  Geländern balancieren,
in den Büschen still verstecken,
Stelzenlaufen ausprobieren
und den Frohsinn neu entdecken.

Komm und spring mit aus dem Heute,
das mitunter trist erscheint,
in die Leichtigkeit der Freude,
einfach nur vergnügt vereint.

Fliegen, auf dem Rücken liegend,
mit den Wolken und dem Wind,
Wellen lauschen, sanft uns wiegend,
bis wir eingeschlafen sind

©FvB2008


Nicht der Richtige



Ich schwelge in des Lenzen Wonne,
lob sprießend Grün an Busch und Baum,
empfang beglückt den Kuss der Sonne;
azurner Himmel, Frühlingstraum.

Du siehst mich Stirne runzelnd an,
grinst breit, rufst laut:“ ist das denn neu?
„das ist doch jährlich so, stets  dann,
wenn Winter  um ist!“ Ohne Scheu

lachst du mich aus, die Poesie,
die sich mir zeigt im Neubeginn,
die Jahresweben - Harmonie
rührt niemals dich an. Deinen Sinn

den richtest du auf das Profane,
auf Zahlen - Wert, der greifbar ist.
Nun weiß ich, was schon lang ich ahne,
für mich du nicht der Richt’ge bist.

© Flora von Bistram